Geschichte

Die Anfänge

Ostern 1899 als Städtische Höhere Knabenschule gegründet, war unsere Schule zunächst weder Gymnasium noch Realschule, sondern bestand aus 3 Klassen und war zu Gast in der 1898 fertiggestellten Knabenschule ( heutige Pestalozzi-Schule).

Erst 1904, inzwischen umgezogen in das Gebäude der Alten Stadtschule (heutige Außenstelle 1 des HGR), erhielt man die Anerkennung als Realschule mit Progymnasium und konnte die Prüfungen zur mittleren Reife am Ende der 1. Klasse (heute 10. Klasse) selbst abnehmen.

Schüler, die das Abitur machen wollten, besuchten zunächst Vorbereitungsklassen ( deshalb auch „Pro“-Gymnasium) und wechselten dann an ein Gymnasium in einer der Nachbarstädte (meistens Dresden oder Bautzen).

Ein eigenes Gebäude

1912 bezog die Realschule den Bau auf dem Freudenberg. Die ersten vier Jahre gingen Schüler zunächst zur Volksschule, vergleichbar mit unseren heutigen Grundschulen. Nach dem Wechsel auf den Freudenberg, wenn man nicht die Knaben – oder die Mädchenschule (vergleichbar mit heutigen Hauptschulen) wählte, besuchten alle Schüler erst einmal ab der Sexta drei Klassen gemeinsam, um sich anschließend für die Realschule oder das Realgymnasium zu entscheiden. Das erste Abitur in Radeberg gab es 1926, denn erst seit 1925 durfte in Radeberg eine Oberprima eröffnet werden. Die Schule war nun eine Vollanstalt, die Realschule und Realgymnasium unter einem Dach vereinigte und hieß jetzt Realgymnasium mit Realschule.

Die „braune“ Zeit

Nachdem auch in Radeberg alle jüdischen Lehrer ihre Arbeit verloren hatten, wurde im Schuljahr 1936/ 37 die Schulzeit auf 12 Jahre verkürzt, um der Wehrmacht und den akademischen Berufen den Nachwuchs zu sichern. Die Klassen- bezeichnungen änderte man in 1 bis 8.

1938 wurde die Schule in Städtische Oberschule für Jungen umbenannt. Dabei stand der Nachsatz „… für Jungen“ lediglich für besondere Lehrpläne im Vergleich zu den Schulen „… für Mädchen“. Schülerinnen konnten weiterhin an der Schule lernen.

Die Zeit unterm Sozialismus bis zur „Pause“

Im ersten Nachkriegsschuljahr 1945/ 46 gab es wieder einschneidende Veränderungen. Die Aufnahme neuer Schüler erfolgte erst in Klasse 9 (nach unserer heutigen Bezeichnung) und im Laufe des Schuljahres wurde die Schule in Humboldtschule umbenannt. Führte man zunächst auf dem Schulschild den Nachsatz „Oberschule“, konnte man seit 1959 lesen „Erweiterte Oberschule“. Mit Beginn des darauffolgenden Schuljahres ging man auf den Freudenberg zu den Klassenbezeichnungen über, wie wir sie heute kennen. Das führte zu dem Kuriosum, dass sich z.B. ein 12jähriger Schüler, der im Sommer 1946 sein Zeugnis der Klasse 2 mit dem Vermerk „versetzt nach Klasse 3“ erhielt, zu Beginn des neuen Schuljahres sich in Klasse 7 wiederfand.

Leider war mit der erweiterten Oberschule 1982 Schluss (zum Glück nicht endgültig), die Schule wurde geschlossen und den Schülern blieb wieder nur der Weg nach Dresden oder Bischofswerda.

Der Neubeginn

Die politische Wende 1989 brachte auch für unsere Schule eine Wende. Mit je drei neunten und zehnten Klassen wurde die Humboldtschule als „Gymnasium im Aufbau“ im September 1990 zu neuem Leben erweckt. Wieder war sie zunächst Gast in einer anderen Schule.

Mit der Umstrukturierung des sächsischen Bildungswesens 1992 ging die Gründung des Humboldt- Gymnasiums Radeberg einher. Die in diesem Zusammenhang zügig angestrebte Rekonstruktion und Erweiterung des alten Gebäudes auf dem Freudenberg verzögerte sich leider aus den verschiedensten Gründen.

„Back to the Roots“

Unmittelbar nach den Winterferien 2000 zogen Schüler und Lehrer buchstäblich „mit Freuden auf den Berg“, denn die alte „Platte“ auf der Waldstraße hatte schon längst ausgedient. Seitdem genießen Lehrer und Schüler jeden Tag in ihrem modernen, neuen und freundlichen Gebäude, wären da nicht die lästigen 45 Minuten zwischen den Pausen …

Übersicht über die Klassenbezeichnungen am Humboldt-Gymnasium Radeberg

Realschule (1899 – 1937) Realgymnasium (1925 – 1937) Oberschule für Jungen (1937 – 1946) Klassenbezeichnungen heute (seit 1946)
Sexta Sexta 1 5
Quinta Quinta 2 6
Quarta Quarta 3 7
3 Untertertia 4 8
2 Obertertia 5 9
1 Untersekunda 6 10
Obersekunda 7 11
Unterprima 8 12
Oberprima (13)